Covid 19 wird immer mehr zum Problem

Bereits Ende 2019 haben wir von den schweren Erdbeben Ende November und Anfang Dezember berichtet. Doch von Seiten der Regierung hat sich leider fast nichts getan. Da der Bau der meisten Unterkünfte ohne Baubewilligung und zum Teil einfach auf dem unbewohnten Land (ist Staatseigentum, weil keine Besitzer zugeordnet werden können) erfolgte, gibt es auch von staatlicher Seite keine Hilfe für den Wiederaufbau. Unsere geplante Unterstützung mit Baumaterialen für den Wiederaufbau wurde dann endgültig im März von Covid-19 gestoppt.

Auch die Einberufung des Militärs zur Überwachung der Ausgangssperre hat uns die Möglichkeit zur dringend benötigten Hilfe verwehrt. Mit Androhung von strengen Strafen mit Gefängnis von bis zu drei Jahren bei Zuwiderhandlung wurde die Bevölkerung zur Einhaltung gezwungen.

Nach Lockerung der strengen Vorschriften ab April/Mai durften wir als gemeinnütziger Verein mit unseren Partnern vor Ort erste Hilfsaktionen starten. Da es keine Schutzmasken zu kaufen gab, haben wir in Eigeninitiative einen Weg zur Herstellung gefunden. Eine Gruppe von Frauen in Mirdita hat in unserem Auftrag und mit unserer Finanzierung 800 Stück Masken selbst genäht zur Verteilung an Schulen, Krankenhäuser und an die Bevölkerung.

Es ist sehr schwierig, humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Durch die ganzen Vorschriften haben insbesondere unsere Bemühungen, nachhaltig mehr an Entwicklungshilfe zu leisten, einen starken Dämpfer erhalten. Die Gesamtsituation in Albanien hat sich noch mehr verschlechtert: Massenarbeitslosigkeit, Firmenkonkurse, Einbruch des langsam aufblühenden Tourismus, leere Restaurants und Hotels.

Wir sind derzeit „Hans-Dampf in allen Gassen“ und versuchen, mit verschiedenen Aktionen die notwendige Hilfe in vielen Bereichen, wie z.B. Lebensmittel, dringend benötigte Medikamente, Kauf von Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln für Schulen und Krankenhäuser, Schulbusaktion usw. zu gewährleisten.

Der Abschluss der Erdbebenhilfe ist noch im November vorgesehen, da das schlechte und kalte Wetter immer näher rückt und die Menschen so dringend unsere Hilfe brauchen. Dasselbe gilt für das Lebensmittelprojekt für den kommenden Winter. Wir vom Projekt Albanien sind eine der wenigen Hilfsorganisationen, die noch in den betroffenen Gebieten Hilfe leistet und die Bevölkerung tatkräftig unterstützt, sofern es möglich ist!