Wie es begann

In vielen Regionen Albaniens herrschen unvorstellbare humanitäre Bedingungen.

Das Kirchen-Blatt sprach mit Pfarrer Franz Winsauer, der mit seinem Team dort seit zwanzig Jahren ganzheitliche Hilfe leistet. Ein Bericht von Wolfgang Ölz.

Begonnen hat alles damit, dass Franz Winsauer Pfarrer in Schwarzach war. Im Zuge der damaligen Renovierung kam der Wunsch auf, nicht nur Millionen für den Kirchenbau zu geben, sondern auch einen bestimmten Betrag für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. 

Über die Caritas International haben die Schwarzacher dann erfahren, dass in Albanien die Not so groß sei. Pfarrer Winsauer dazu: „Wir im Team der Pfarre haben gesagt, gut, probieren wir es. Dann sind wir hinuntergeflogen, und die Katastrophe hatte ein Ausmaß, das für uns Vorarlberger nicht vorstellbar war.“ In einem Tal, so wurde dem mittlerweile pensionierten Pfarrer erzählt , waren im Winter zuvor die Menschen verhungert. Um dies in Zukunft zu verhindern, brauchten die Menschen dort dringend eine Bäckerei. „Dann haben wir mit der Caritas ausgemacht, sie bauen die Bäckerei und wir finanzieren sie.“ 

So hat eins das andere ergeben. Nach vier Jahren, als Pfarrer Winsauer dann in Pension ging, ist ihm das Projekt „geblieben“, wie Pfarrer Winsauer mit einem Lächeln feststellt.

 

wie es begann
Sie wussten nicht, wie ein Westeuropäer aussieht

Ein Bericht der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" vom 28.04.2012 von Dunja Gachowetz.


Gjon Markagjoni, Mitglied einer der angesehensten Sippschaften der Region, klärte damals die Weitgereisten auf: „Er sagte uns, dass die Dorfbewohner noch nie einen West-Europäer gesehen hätten. Ihnen wurde von den kommunistischen Herrschern immer gesagt, dass es den Menschen im Westen schlecht gehen würde. Ihnen in Albanien jedoch sehr gut. Für die Albaner ist, als sie uns gesehen haben, wohl eine Welt zusammengebrochen.“ 

Pfarrer Winsauer erinnert sich gut an diese Reise Anfang der 1990er-Jahre. Anlass dafür war, dass Vorarlberger den Menschen in Albanien helfen wollten. „In dieser Zeit wurde sehr viel über Albanien berichtet. Viele Vorarlberger kamen zu mir und wollten spenden. Doch sie hatten Bedenken, dass das Geld nicht dort ankommt, wo es wirklich benötigt wird“, berichtet der ehemalige Schwarzacher Pfarrer. So mancher habe schon probiert, die Vorarlberger übers Ohr zu hauen. 

Er merkte recht schnell, wann er auf der Hut sein musste. „Gjon Markagjoni hat uns immer sehr geholfen. Er hat uns darauf hingewiesen, wenn wir vorsichtig sein mussten. Wir hatten zu Beginn auch nie ein Bankkonto in Albanien.“ Denn die Geldinstitute dort würden es mit dem Bankgeheimnis nicht so genau nehmen. So wusste niemand, wie viel Geld die Vorarlberger wirklich bei sich hatten. 

Durch den Einfluss von Markagjoni gewannen auch die Bürgermeister und die Bevölkerung der Region Vertrauen zu den Vorarlbergern. Dennoch war es ein steiniger Weg bis dorthin. Zunächst durfte das Team auch nur mit Männern reden. „In Albanien zählte eine Frau nichts. Es gibt einen Spruch, dass sie nur dann den Mund aufzumachen hat, wenn sie isst“, erzählt der Pfarrer. D

och die Vorarlberger ließen nicht locker. Beharrten darauf, auch mit den Albanerinnen sprechen zu wollen und setzten schließlich ihren Willen durch. „Zuerst durften wir mit Frauen aber nur unter Aufsicht reden. Bei jedem Satz blickten sie zuerst die Männer an. Gaben die ihr Okay, erzählten sie. Heute dürfen wir alleine mit den Frauen sprechen.“

 

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Ein besonderer Tag...

Nicht nur für die von uns betreuten Menschen mit körperlichen und mentalen Einschränkungen, nicht nur für unser Betreuerteam vor Ort, nicht nur für die Besucherinnen und Besucher  in unserem „Haus Emil“. Ein besonderer Tag auch für uns als Projektverantwortliche!

In einem Land, in dem Menschen mit Behinderung noch immer am Rande der Gesellschaft stehen, der Umgang mit ihnen fast ein Tabu ist, versuchen wir seit vielen Jahren mit unserer Betreuungsstelle ein wenig Licht in den tristen Alltag dieser Menschen zu bringen – mit Erfolg! Damit aber auch die Bewohner von Rreshen mehr Einblick in unsere Arbeit mit unseren „Schützlingen“ bekommen, veranstalteten wir einen „Tag der offenen Tür“. Ein riesen Erfolg. Das Interesse seitens der Bevölkerung, der Politik und auch der Schulen war enorm. Wir hoffen, damit den nächsten Schritt getan zu haben, um die Integration von Menschen mit einem Handicap in die Gesellschaft Albaniens voranzutreiben.

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Schülerbetreuung

Schulische Erfolge erleichtern die Integration in die Gesellschaft. Kindern, die aufgrund der wirtschaftlich prekären familiären Situation und der damit oftmals verbundenen Isolation in der Gesellschaft eine Chance zu ermöglichen, wurde die Schülerbetreuung ins Leben gerufen.

Schülerbetreuung
Eine besondere Vaterschaft

"Vorarlberger Nachrichten"

Manfred Kräutler organisiert ein Betreuungsprojekt für arme albanische Schüler.

Bericht Vorarlberger Nachrichten Besondere Vaterschaft
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