20 Jahre Projekt Albanien, 20 Jahre Viktor

Viktor wurde im selben Jahr geboren wie das Projekt Albanien. Er feierte heuer seinen 20. Geburtstag und gibt uns einen Einblick in seine Lebensgeschichte, die sehr eng mit dem Projekt verwoben ist. 

Mein Vater sagte damals: Nun wird es besser, uns wird geholfen

Die Famileie Sinanaj wohnt in der kleinen Gemeinde Bukmire, mit dem Auto ca. 30 Minuten von Rreshen entfernt. Viktor, geboren am 13. März 1992, war 9 Jahre alt, als seine Mutter 2001 an einer Nierenkrankheit starb. Ab diesem Zeitpunkt war seine um 3 Jahre ältere Schwester Silvie für das Kochen und den Haushalt zuständig. Wie die beiden "Großen" vermisste auch Viktors jüngerer Bruder Zef seine Mutter sehr.

Vater Gjergj erhält keine staatliche Persion, da er nicht die erfoderlichen 35 Jahre gearbeitet hat. Dies war ihm nicht möglich, da er 5 Jahre lang in Spac interniert war. Ein Teil der Bergwerkarbeit wurde im sozialistischen Albanien von Strafgefangenen, politischen Häftlingen und Internierten vollbracht. So auch in Mirdita. Das Bergwerk von Spac im Norden von Mirdita gehörte zu den berüchtigsten Arbeitslagern Albaniens.

Mitarbeiter von Projekt Albanien besuchten uns 2004 zum ersten Mal bei uns zu Hause. Mein Vater sagte damals: " Nun wird es besser, uns wird geholfen". Im ersten Kleiderpaket aus Österrreich fanden wir dieses Foto. Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich unser Leben.

Meine Schwester Silvie hat vom Frauenzentrum in Rreshen erfahren. Dort werden dreimonatige Näh-, Koch- und Computerkurse angeboten. Vater hat ihr erlaubt, ihren Namen auf die Warteliste für den Nähkurs zu setzen. Sie freut sich schon sehr.

Mein Bruder Zef besucht das Gymnasium in Rreshen. In der Früh nimmt er den Bus - zurück läuft er, um die Buskosten zu halbieren. Zu Weihnachten brachte Zef ein Paket von den Vorarlberger Pfadfindern nach Hause - eine willkommene Überraschung.

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